Tracks:
- Neues Erleben 05:39
- Tag im Gebirg 04:42
- Sprache 03:28
- Frühling 02:50
- In Sand geschrieben 06:56
- Der Geliebten 03:22
- Die Nacht 04:43
- Sommerruhe 04:18
- Süden 03:23
- Der Kranke 05:30
- Der Einsame an Gott 08:29
- Aufhorchen 04:09
- Wache Nacht 02:38
Total 60:17
Aktivraum Label – AR 40802
VÖ: 2007
Hermann-Hesse-Vertonungen
Jan-Martin Mächler
Neues Erleben
Hesse – Lieder
Unsere CD Jan-Martin Mächler – Neues Erleben. Hermann Hesse Vertonungen wurde wurde im Juni 2007 als persönliche Empfehlung von Nikolaus Gatter in Die Liederbestenliste des Vereins für deutschsprachige Musik e.V. aufgenommen
Die Liederbestenliste zur CD Neues Erleben:
„130. Geburtstag, 45. Todestag – Hermann Hesse wird uns in diesem Sommer noch oft begegnen, wenn ihn die themenkonjunkturellen Feuilletonschreiber preisen. Jan Martin Mächler hat das nicht nötig. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Hesses Lyrik, die viel weniger bekannt ist als Romane wie "Der Steppenwolf" und "Siddharta". Der Berner Musiker kommt von der Klassik her; er ist ein gefeierter Oratoriensänger und Operntenor. Als Komponist, Interpret und Multiinstrumentalist lässt er sich nur gelegentlich von Gastmusikern auf Gitarren, Perkussions- und Streichinstrumenten aushelfen. Seinen Vertonungen, die dem Kunstlied näher stehen als der Wandervogelseligkeit des Liedermachens, ist anzumerken, dass er sich gründlich auf die Texte eingelassen hat.
Mit jeder Zeile, nahezu jedem Wort müht er sich ab wie ein Steinmetz mit dem Werkstoff, findet Akzente, Perioden und Rhythmen, hält inne, tritt in Dialog mit Begleitinstrumenten, entfesselt, staut, kanalisiert und lenkt die Melodieströme. In seinen Versen hielt sich Hesse selten an Formstrenge und sparsame Verdichtung; die hier ausgewählte Lyrik ist eher eine meditative Versuchsanordnung über Themen wie Vergänglichkeit, Natur, Alter, Gottesferne und -suche, Erinnerung und Sehnsucht.
Dieses Grübeln und Herumprobieren mit Worten, Bildern und Gedanken vollzieht der Komponist nach, z. B. wenn er einzelne Passagen wiederholt und verschränkt. Bei dem Lied „In Sand geschrieben“ sind es die hier aneinander gereihten Sinnbilder für Dauer und Flüchtigkeit: „Wolke, Blume, Seifenblase, / Feuerwerk und Kinderlachen, / Frauenblick im Spiegelglase / ...Edelstein mit kühlem Feuer, / Glänzendschwere Goldesbarre; / Selbst die Sterne, nicht zu zählen...“
Das überschwänglich-sakrale Pathos des oft mehrstimmigen Vortrags mag gewöhnungsbedürftig sein: Für Hesse, der zeitlebens dem Theater entsagt hat und nie verfilmt werden wollte, sind diese ausdrucksstarken Litaneien und strahlenden Akkorde, in denen Ironie und Verfremdung, Rock- und Bluesfarben in der Art von King Crimson nicht fehlen, die angemessene Inszenierung. So könnte die imaginäre Musik des Glasperlenspiels klingen. Wer sich aus seiner Hesse-Phase noch einen Sinn für gediegene künstlerische Wertarbeit behalten hat, wird diese Vertonungen lieben und sich die CD beschaffen.“ Dr. Nikolaus Gatter
Quelle: Liederbestenliste
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