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ETERNAL VOYAGE

Eternal Voyage – Markus Stockhausen, Tara Bouman, Florian Weber, Rabih Lahoud, Dinesh Mishra, Dimitrios Dorian Kokiousis


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Aktivraum Label – AR 10112
VÖ: 2010

 

ETERNAL VOYAGE

 
Kritik aus: www.badalchemy.de/, 10. Aug. 2010


www.badalchemy.de/

ETERNAL VOYAGE  

von rbd

Dieses interkulturelle Projekt von Markus Stockhausen bündelt mit vollen Händen griechische Vorsilben: amphi-, dia-, ek-, eu-, exo-, hetero-, homo-, meta-, pan-, poly- und syn-.

Mit ihm setzen seine holländische Ehefrau Tara Bouman an Klarinette & Bassklarinette, der griechische Drummer Dimitrios Dorian Kokiousis und Florian Weber am Piano den abendländischen Akzent, der indische Flötist Dinesh Mishra und der libanesische Sänger Rabih Lahoud einen orientalischen. Stockhausen und Weber beamen dabei mit Synthesizern Lahouds folkloreske Gesänge ins Postmoderne.

Mit der zeitlichen Entgrenzung geht eine geographische einher, eine Amphibisierung, Hybridisierung der Orientalismen. Die arabische Poesie und Phrasierung mitsamt den flötistischen 'Arabesken' werden mit Stockhausens Third-World-Trompete, dem romantischen Klavier und Kokiousis' Fusiondrumming synthetisiert, 'aufgehoben', auf eine Metaebene geliftet. Das wirbelnde 'Salida', mit Handclapping und Scatgesang angeheizt, ist pure Euphorie.

Lahouds Loblied auf seine 'Mutter', nur am Flügel begleitet, der herzblutige Kontrast dazu. Schon 'Sabad' hatte als morgendämmriger Auftakt schmerzerfüllt und mystisch geschwelgt, um sich dann hoffnungsvoll ins Meer des Lebens zu stürzen, das einem als 'Morning Breeze' rein instrumental um die Nase flötet und summt. 'White Sail' erzählt innig und zuletzt delirant von Tristans Warten auf das weiße Segel und ein Wiedersehn mit Isolde (so wie Aigeus auf seinen Sohn Theseus gewartet hatte). Auch bei 'Indian Tale' singt Lahoud herzzerreißend von einem wartenden Herzen, das sich nach dem Feuerregen eines anderen sehnt.

'The Blind' verherrlicht zuletzt den farbenprächtigen, grenzenlosen Horizont des inneren Auges. Dem großen Ton des unscheinbaren Sängers, auf Rosen gebettet, auf schwarzen Samt oder Halbmondlicht, möchte man zu gern glauben. Walter Quintus hat die Euphonie mit abgemischt. Wer wollte da nicht die Augen schließen? [BA 67 rbd]

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Eternal Voyage. Foto: Aktivraum
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Technische Umsetzung:
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