Markus Stockhausen (Trompete)
Tara Bouman (Klarinette, Stimme)
Intuitive Music & Compositions
Compositions by Markus Stockhausen
1 CD
Total ca. 46:55 Minuten
Aktivraum Label – AR 10103
pd: 2004
Intuitive Musik und Kompositionen
Review from: Odilo Clausnitzer, 1 Jan 2004
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Odilo Clausnitzer
Intuitive Musik und Kompositionen
by Odilo Clausnitzer
„Intuitive Musik und Kompositionen“ steht über der ersten Duo-CD von Markus Stockhausen und Tara Bouman. „Intuitive Musik“ – was soll das heißen?
Leichter ist es, zu sagen, was das nicht heißt: Intuitiv – das heißt nicht verstandgesteuert, nicht durchplant, nicht berechnend, nicht oberflächlich, nicht egoman. Es heißt vielleicht: schöpferisch, organisch, lebendig, spirituell. All das jedenfalls ist die Musik dieses Duos, und über diese erstaunliche Qualität verfügt sie selbst dann, wenn sie tatsächlich ausgeschrieben ist. Sie scheint auf fast magische Weise unmittelbar aus dem Inneren zu schöpfen – und zugleich aus einer Ordnung der Klänge, die es wohl gibt, ohne dass wir etwas dazutun.
Der Trompeter Markus Stockhausen gehört mittlerweile zu den international renommiertesten Vertretern seines Instrumentes – nicht nur auf dem Feld von Jazz und Improvisation, sondern auch dem der Neuen Musik.
Tara Bouman, in Amsterdam ausgebildete Klarinettistin, seit 2000 Stockhausens musikalische und auch private Partnerin, hat sich einen Namen vor allem als Interpretin zeitgenössischer Kammermusik gemacht. Zuletzt erschien auf dem Label Aktivraum ihr Solopanorama „Contemporary.“ mit Werken von Pierre Boulez bis Karlheinz Stockhausen.
Die gemeinsame CD „Thinking About“ vereint neben drei freien Improvisationen und einer völlig ausnotierten Komposition Mischformen aus spontanen und festgelegten Partien. Für zwei Stücke wird dabei aus dem Duo dank Mehrspurverfahren ein Trio. Durchweg profitieren die entstandenen Werke von Boumans und Stockhausens enormer technischer Meisterschaft – aber sie gehen an keiner Stelle darin auf. „Thinking about“ präsentiert Musik, die nicht beeindrucken will – und es gerade darin tut; Musik, die ihren Glanz nicht erst entfaltet, wenn sie in den Schraubstock analytischen Zugriffs gespannt wird, sondern die selbst in ihren sperrigen Passagen gefühlt und genossen werden kann. Ob es das fast überirdische Glück ist, das in „Zephir“ mitzuschwingen scheint, die gläserne Stille des Titelstücks, die meditative Ruhe von „Andrea“ oder die rhythmische Rasanz von Judan – „Thinking about“ ist voller Momente, die nicht nur den Geist anregen, sondern vor allem das Zuhören lohnen...![]()
