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dus-ti 2011 (VINYL & Download)

Mirek Pyschny – drums, electronics

Pablo Giw – trumpet, electronics


Show tracks

Aktivraum Label – AR 70101
pd: 2011

Longplayer (Vinyl)

 

dus-ti 2011

 
Review from: Bad Alchemy Magazin, 21 Aug 2011


Bad Alchemy Magazin

dus-ti 2011 

(VINYL & Download)

by Rigobert Dittmann

Der Trompeter Pablo Giw, der gerade mal 23-jährige Kölner Spross einer kunstaktiven, halb iranischen Familie, hat die Schule von Markus Stockhausen durchlaufen. Dass er in Dus-ti seinen Sound elektronisch forciert und Mirek Pyschny dazu trommelt wie ein Morlock, [...] liefert Stoff, wie ich ihn von Aktivraum nicht erwartet hätte. Da wäre Giws orientalisches Projekt Tamās mit dem Sänger-Poeten Abdelghani Elmassaoudi einschlägiger. Er geht weit über die übliche Miles-Daviserei hinaus. Die Überschrift 2011 (AR 70101, LP) sagt es ja: Heute ist heute und verlangt eine 'Expression Of Now'. Gelegentlich, bei 'Vulkano' etwa, steht die Trompete ganz schlicht als schlanke Trompete im NowJazz-Raum. Häufiger ist ihre Verfremdung zu einer kakophonen Expression, zu Delaykaskaden, zu röhrenden und zischenden Wellen und Eruptionen. 'Heart Bop' bringt dann doch, sogar mit Stimmverdopplung, Miles-Feeling galore, auch wenn Pyschny dazu nur einen furztrockenen Loop knackt. Er klopft die Beats so un-'jazzig' wie es nur geht. Das Titelstück knurrt und jault, umknattert und umtickelt von regelmäßigen, maschinenartig gekurbelten Figuren, auch wenn Giw strahlend ins Horn stößt. Zuletzt geht in Echowellen der Saft aus. Bei 'Irreversible' bläst er, von Feedback ver-zerrt, markante Ostinato-Ketten, die Pyschny wie mit Essstäbchen betickelt, bis zum Stillstand. Für 'Reaktor' dengelt Pyschny Topfdeckel und Cymbals, Giw knört und knurrt eintönig mit einem 'Baritonsaxophon', lässt wieder Feedback aufjaulen und plötzlich dazu prächtig sein Horn erschallen, während sein Partner die Marschtrommel rührt. Für das finale '∞' stimmt Giw gestopft einen Drehwurm an, den Pyschny zu Bassdrumtupfern staubfrei beselt. Den Schluss¬punkt setzt Kreol-Poetry, die dann doch die Natur feiert und Stadtflucht predigt.

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